Neun Tiere gehören zu meiner Kindertagespflege. Jedes Kind bekommt eines davon — Geschwister jeweils ihr eigenes.
Wer bei uns wohnt
ElefantVergisst nie, wo die Schaufel liegt.
FaultierBraucht morgens etwas länger. Das ist völlig in Ordnung.
GiraffeSieht als Erste, wenn der Postbote kommt.
KoalaKuschelt am liebsten und macht danach ein Nickerchen.
KrokodilZähne zeigen darf man hier nur beim Lachen.
LöweLaut, wenn es sein muss. Meistens muss es nicht.
NilpferdLiebt Matsch. Und Wasser. Und Matsch im Wasser.
TigerRennt zuerst los und überlegt beim Rennen.
ZebraStreifen sind praktisch: man erkennt sie sofort wieder.
Gleichzeitig betreue ich in der Regel vier Kinder, in Übergangszeiten bis zu fünf — es sind also immer mehrere Tiere frei. Endet eine Betreuungszeit, wartet das Tier auf das nächste Kind.
Ein Tier für jedes Kind
Die Tierbilder ziehen sich durch die ganze Einrichtung. Alles, was während der Betreuungszeit einem bestimmten Kind gehört, trägt sein Tier — angefangen beim eigenen Fach an der Garderobe. Es steht überall dort, wo sonst ein Namensschild wäre. So erkennt jedes Kind auf einen Blick, was seins ist:
„Das ist mein Tier, das gehört mir.“
Dasselbe Tier findet sich im Elternportal wieder, dem geschlossenen Bereich für die Eltern. Darin teile ich Berichte und Fotos aus dem Alltag, Termine und Schließzeiten — als kleine App, die sich auf dem Handy einrichten lässt. Auch dort steht kein Kindername, sondern das Tier.
Das ist kein Spielerei-Einfall, sondern hat zwei Gründe. Der eine ist praktisch: Kinder erkennen ihr Tier, lange bevor sie lesen können. Der andere ist mir wichtiger: Wo ein Tier steht, steht kein Kindername.
Warum das gerade am Anfang hilft
In den ersten Tagen ist alles neu: der Raum, die anderen Kinder, ich. Ein eigenes Zeichen zu haben, das nur dem Kind gehört, gibt in dieser Zeit erstaunlich viel Halt. Das Fach an der Garderobe ist von Anfang an seins – erkennbar, ohne dass jemand etwas erklären muss, und lange bevor ein Kind seinen Namen lesen kann.
Bei Geschwistern bekommt jedes Kind sein eigenes Tier. Das klingt selbstverständlich, ist es für die Kinder aber nicht: Wer sich zu Hause vieles teilt, findet es gut, hier etwas zu haben, das ausdrücklich nicht geteilt wird.
Welches Tier bekommt dein Kind?
Das suchst du dir beim Kennenlernen aus, aus allen Tieren, die gerade frei sind. Erfahrungsgemäß steht die Entscheidung schneller fest als die zum Betreuungsvertrag.